Klärt zuerst den Prüfungstermin und den Stoff. Dein Kind wählt für die Lerntage konkrete Aufgaben aus; Training, Pausen und freie Zeit werden mit eingeplant. Ein Tag bleibt als Puffer offen. Wie viel Vorbereitung es braucht, legen die sieben Tage der Vorlage nicht fest.

Was kommt in der Arbeit dran?

„Biologie lernen“ lässt offen, womit dein Kind anfangen soll. Prüft die Angaben der Lehrkraft, das Heft und die Übungsaufgaben: Welche Themen gehören zur Arbeit? Was fehlt noch? Daraus entsteht eine konkrete Lernaufgabe, etwa: „Die Bestandteile einer Pflanzenzelle beschriften“. Dein Kind überlegt auch, was es schon kann und wo es Hilfe braucht.

Den Prüfungstermin kann dein Kind im Unterricht ins Heft schreiben und später zu Hause in memdiz einsprechen. Dabei gelten die Handyregeln der Schule. Mehr dazu im Artikel über Heft und App.

Wie viel Platz ist in der Woche?

Tragt zuerst feste Termine ein, etwa Training, Musikschule oder den Wechsel ins andere Zuhause. Erst dann schaut dein Kind, wann es lernen möchte. Die 10 bis 20 Minuten in unserem Beispiel sind Vorschläge für einen ersten Versuch. Sie sind keine pädagogisch festgelegten Idealwerte; je nach Aufgabe können eine kürzere Einheit, eine Pause oder ein anderer Zeitpunkt besser passen.

Schreibt für jede Einheit auf, was dein Kind tun will und womit es die Antwort prüft. Das kann eine Skizze sein, die es beschriftet, oder eine Übungsaufgabe mit Lösungen zum Abgleichen. „Erledigt“ heißt hier, dass es die Aufgabe versucht und das Ergebnis geprüft hat. Bleibt eine Frage offen, wird sie für später notiert.

Passt eine Aufgabe nicht in die verfügbare Zeit, teilt sie auf. Bei der Fotosynthese kann dein Kind zunächst die Ausgangsstoffe und Produkte im Schaubild aus dem Unterricht benennen und die Antwort prüfen. Das ist ein erster Schritt; welche Zusammenhänge es erklären oder anwenden können soll, richtet sich nach den Aufgaben der Lehrkraft.

Eine Beispielwoche mit zwei Fußballtagen

Im erfundenen Beispiel schreibt ein Kind in Klasse 7 am folgenden Mittwoch eine Biologiearbeit über Zellbestandteile und Fotosynthese. Das ist kein verbindlicher Lehrplan. Für euren Plan gelten die Themen, die eure Lehrkraft genannt hat.

Sieben Vorbereitungstage vor der Klassenarbeit
TagKonkreter SchrittZeitidee
7 Tage vorher · MittwochStoffliste prüfen, Unterlagen sammeln; Pflanzen- und Tierzelle vergleichen.Etwa 20 Min.
6 Tage vorher · DonnerstagFußballtag: Zellbestandteile aus dem Kopf beschriften, anschließend prüfen.Etwa 10 Min.
5 Tage vorher · FreitagFotosynthese mit den eigenen Unterrichtsunterlagen erklären; zwei Fragen notieren.Etwa 20 Min.
4 Tage vorher · SamstagFragen klären; Zellbestandteile und Fotosynthese ohne Nachschauen erklären, anschließend prüfen.Etwa 20 Min., danach Pause
3 Tage vorher · SonntagPuffer für eine ausgefallene Einheit. Sonst frei.Nach Bedarf
2 Tage vorher · MontagFußballtag: drei gemischte Übungsfragen beantworten und Lösungen prüfen.Etwa 10 Min.
1 Tag vorher · DienstagOffene Stelle gezielt üben, Material packen; anschließend Feierabend.Etwa 15 Min.

Beim Wiederholen auch aus dem Kopf antworten

Dein Kind kann beim Wiederholen das Heft zunächst zuklappen, eine Frage aus dem Gedächtnis beantworten und anschließend nachsehen, was stimmt oder noch fehlt. Wenn etwas fehlt oder falsch ist, korrigiert dein Kind die Antwort mithilfe des Hefts oder der Lösung. Die Frage kann es an einem späteren Lerntag noch einmal versuchen. Aktives Abrufen und Wiederholen über mehrere Tage werden als Lernprinzipien durch Forschung unterstützt. Dein Kind kann diese Art zu üben ausprobieren; du musst es dafür nicht zusätzlich abfragen.

Der IES-Praxisleitfaden fasst Empfehlungen zu diesen Lernprinzipien zusammen. Eine Unterrichtsstudie mit US-Sechstklässlern untersuchte kurze Abfragen in einem gesellschaftswissenschaftlichen Fach. Unsere konkrete Sieben-Tage-Vorlage und die vorgeschlagenen Minutenwerte wurden damit nicht geprüft.

Wenn ein Lerntag ausfällt

Ist noch ein Puffertag übrig, verschiebt die wichtigste offene Aufgabe dorthin. Ist er schon vorbei oder belegt, wählt für die verbleibende Zeit die wichtigste offene Aufgabe aus. Dafür kann eine Übung entfallen, die dein Kind bereits ohne Hilfe gelöst und anschließend geprüft hat. Holt nicht automatisch alles nach.

Bleiben nur noch zwei Tage, klärt zuerst den Umfang und wählt die wichtigsten offenen Themen. Nutzt dafür die vorhandenen Übungsaufgaben. Fehlt deinem Kind eine grundlegende Erklärung, fragt bei der Lehrkraft nach; auch ein gut ausgefüllter Plan kann diese Hilfe nicht ersetzen.

Was du als Elternteil beitragen kannst

Wenn dein Kind noch wenig Erfahrung mit solchen Plänen hat, füllt den ersten Eintrag gemeinsam aus. Besprecht danach, welche Schritte es selbst übernehmen möchte.

Hilf beim Einteilen und frag: „Welche Aufgabe möchtest du heute zuerst machen?“ oder „Wo hängst du gerade?“ Dein Kind wählt aus, hakt ab und verändert den Plan. Vereinbart, wann es Unterstützung möchte. Probiert das zunächst für ein Fach aus und besprecht nach der Arbeit, was hilfreich war.

Für den ersten Schritt öffnet ihr die Vorlage, tragt den nächsten Prüfungstermin ein und ergänzt eine konkrete Lernaufgabe. Danach könnt ihr die übrigen Tage planen.